Resafa-Sergiupolis – Rusafat Hisham, Syrien. Pilgerstadt und Kalifenresidenz

Resafa-Sergiupolis – Rusafat Hisham, Syrien. Pilgerstadt und Kalifenresidenz.

Übergeordnete Synthese, Aufarbeitung und Vorbereitung der Abschlusspublikation

 

Der Ort des Martyriums der Hl. Sergios, an der Stelle eines spätantiken Limes-Kastells, entwickelte sich im 5./6. Jh. zu einem der bedeutendsten christlichen Pilgerorte im östlichen Mittelmeerraum, die Stadt ‚Resafa – Sergiupolis‘. Im 2. Viertel des 8. Jhs. nahm der umaiyadische Kalif Hisham b. Abd al-Malik die befestigte Stadt zum Ausgangspunkt für die Anlage seiner im Süden des Ortes errichtete Residenz ‚Rusafat Hisham‘. Die Funktion als Karawanenstation behielt der Ort auch nach der Umsiedlung seiner Bewohner – als Folge des Syrien-Feldzugs der Mongolen und dessen Abwehr durch die Mamluken – in der 2. Hälfte des 13. Jhs.. Seit Beginn des 20. Jhs. sind die materiellen Reste der Ruinenstadt Gegenstand von Forschungen vor Ort, seit 1952 werden systematische archäologische Untersuchungen durchgeführt, die sich zunächst auf die großen, zum Teil bis zur Traufe anstehende Monumente konzentrierten.

Seit 2006 steht die Zusammenführung der bereits vorliegenden Forschungsergebnisse zu den Großbauten, ergänzt durch weitere gezielt durchgeführte archäologische und bauhistorische Untersuchungen im Vordergrund des in fünf Teilprojekte gegliederten Projekts ‚Resafa-Sergiupolis – Rusafat Hisham, Syrien. Pilgerstadt und Kalifenresidenz‘:

TP 1 Archäologische Karte von Stadt und Umland

TP 2 Archäologie und Prospektionen im Umland

TP 3 Stadtmauer

TP 4 Konsolidierungs- und Restaurierungsmaßnahmen (Basilika A und Zentralbau)

TP 5 Site Management – Touristische Erschließung

siehe auch den früheren Projekteintrag: http://bauforschung-denkmalpflege.de/resafa/

Bis 2011 wurden zehn Feldkampagnen durchgeführt. Die umfangreichen Ergebnisse erweitern den bisherigen Kenntnisstand über die spätantike und frühislamische Zeitschichten des Ortes und erlauben die Rekonstruktion der Entwicklungsgeschichte von Resafa bis zum Ende der Stadt in der 2. Hälfte des 13. Jhs. und darüber hinaus bis zum Beginn des „Syrischen Bürgerkrieges“.

Die gegenwärtigen Arbeiten sind auf die Aufarbeitung der Ergebnisse der Feldkampagnen 2006–2011, ihre Synthese und Kontextualisierung sowie auf die Vorbereitung der Abschlusspublikationen ausgerichtet.

Die Aufarbeitung der Ergebnisse der Feldkampagnen wird durch die Fritz Thyssen Stiftung finanziert (2021-2023), die Ergebnisse werden für die Abschlusspublikation auf mehrere Teil-Bände der Resafa-Reihe aufgeteilt:

Resafa 8 Resafa – Sergiupolis/Rusafat Hisham. DIE STADT UND IHR UMLAND

Resafa 9, 1 Resafa – Sergiupolis/Rusafat Hisham. DIE STADTMAUER (erschienen 2020)

Resafa 9, 2 Resafa – Sergiupolis/Rusafat Hisham. DER ZENTRALBAU

Resafa 10, 1 Resafa – Sergiupolis/Rusafat Hisham. DIE RESIDENZ DES KALIFEN HISAHM b. ABD al- MALIK SOWIE IHRE VORGÄNGER-BEBAUUNG UND NACHFOLGESIEDLUNGEN

Resafa 10, 2 Resafa – Rusafat Hisham. PALÄSTE UND GÄRTEN IN DER UMAIYADISCHEN KALIFENRESIDENZ

Die übergeordnete Synthese wurde unter dem Titel ‚Transkulturelle Urbanität in der syrischen Wüstensteppe: Resafa vom 1. bis zum 13. Jahrhundert im regionalen und überregionalen Kontext‘ durch die DFG finanziert (2017-2020, Kooperation mit Prof. Dr. Michaela Konrad, Universität Bamberg). Die Publikation der Ergebnisse ist für Band 11 der Resafa Reihe vorgesehen.

 

Arbeitsgruppe: Prof. Dr.-Ing. Dorothée Sack; Dr.-Ing. Martin Gussone; Dr.-Ing. habil. Catharine Hof; Dr. Michael Würz; Houssein Tarabichi M.Sc.

Kooperationspartner*innen: Deutsches Archäologisches Institut Berlin; Directorate General of Antiquities & Museums Syria Damascus; Prof. Dr. Jörg Fassbinder München; Prof. Dr. Stefan Heidemann Hamburg; Dr. Christoph Konrad Weißenhorn; Prof. Dr. Michaela Konrad Bamberg; Prof. Dr. Volker Menze Budapest-Wien/Hamburg; Dr. Anne Mollenhauer Berlin; Dr. habil. Martina Müller-Wiener Berlin; Dr.-Ing. des. Ibrahim Salman Berlin; Dr.-Ing. des. Axel Schuhmann Dessau; Prof. Dr. Stefan Winter Quebec/Istanbul.

Publikationen