Monte Turcisi, Sizilien

Internationale Summer School zur Bauaufnahme auf dem Monte Turcisi (CT) in Sizilien

von Dipl.-Ing. Claudia Winterstein

 

Vom 12. bis 30. September 2016 fand in der Provinz Catania in Kooperation mit dem Fachgebiet Historische Bauforschung und Baudenkmalpflege der TU Berlin, der Università di Catania und der Soprintendenz Catania eine Summer School zur Bauaufnahme statt.

Teilnehmer waren Studenten der Archäologie von der Università di Catania und Studenten der Architektur und der Denkmalpflege von der TU Berlin. Die Summer School wurde im Rahmen eines Feldforschungsprojektes auf dem Monte Turcisi durchgeführt, wodurch die Teilnehmer Einblicke in konkrete Fragestellungen und Forschungsmethoden erhielten und eine Einheit von Forschung und Lehre erfahren konnten.

Die Feldforschungen auf dem Monte Turcisi sind Teil eines Qualifikationsprojektes zur militärischen Infrastruktur der griechischen Kolonien, das an der Zentrale des DAI angesiedelt ist. Der etwa 300 m hohe Berg erhebt sich als Teil der Monti Erei über die Ebene von Catania und scheint spätestens mit dem beginnenden 4. Jh. v. Chr. Sitz eines militärischen Außenpostens zu sein. Die auf dem Hochplateau erhaltenen Reste einer imposanten Befestigungsanlage und kleinteiligere Binnenstrukturen sind bislang unpubliziert und nicht durch stratigraphische Grabungen datiert.

Die Kampagne im September erlaubte neben der Einrichtung eines Messnetzes und der Erstellung eines georeferenzierten Gesamtplans der erhaltenen Gebäudereste auch das steingerechte Aufmaß und die verformungstreue zeichnerische Aufnahme der griechischen Befestigungsmauern und einer Einsiedelei des 17. Jh. Den Teilnehmern der Summer School wurden im Laufe der Kampagne die Fragestellungen und die Methoden der archäologischen Bauforschung und der Bauaufnahme vermittelt.

Das Spektrum reichte dabei von der Verwendung einfachster Hilfsmittel bis zum Einsatz neuester digitaler Verfahren wie Structure from Motion. In interdisziplinär zusammengesetzten Arbeitsgruppen konnten die Teilnehmer die verschiedenen Methoden kennenlernen und Fähigkeiten zu ihrer selbständigen Auswahl und Anwendung für den jeweiligen konkreten Fall entwickeln. Im Rahmen von gemeinsamen Exkursionen nach Syrakus, Piazza Armerina und Morgantina hielten die Teilnehmer der Summer School darüber hinaus Referate zu vergleichenden Beispielen der Befestigungsarchitektur und weiteren bedeutenden Monumenten.

Auf Einladung der Soprintendentin von Catania konnten die ersten Ergebnisse der Septemberkampagne bereits im Rahmen eines Abendvortrags in der Chiesa di San Francesco Borgia der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Als Ansprechpartnerinnen stehen Ihnen Dr. des. Melanie Jonasch (Zentrale DAI) und Dipl.-Ing. Claudia Winterstein (Fachgebiet Historische Bauforschung und Baudenkmalpflege der TU Berlin) gerne zur Verfügung.