Mittelmeerraum

Mittelmeerraum

 

Ein neuer Schwerpunkt des Fachgebiets ist in der archäologischen Bauforschung der hellenistischen und römischen Architektur des westlichen Kleinasiens angesiedelt. Untersucht werden Monumente auf Samos, in Didyma, Ephesos, Lagina und in der Troas.

Im Fokus der jährlichen Sommerkampagne stehen die Forschungsprojekte in Ephesos, die in Kooperation mit dem Österreichischen Archäologischen Institut in Wien durchgeführt werden: das Serapeion, die obere Agora, das spätantik-mittelalterliche Stadtquartier südlich der Marienkirche, eine Kirche in Pamucak und eine Kapelle am Clivus Sacer. Auf der Grundlage der bauhistorischen Untersuchung wird beim Serapeion eine Teilanastylose vorbereitet. Im Bereich der oberen Agora werden Konservierungsmaßnahmen durchgeführt.

Die Tätigkeiten während der jährlichen Sommerkampagne in Didyma umfassen zwei Schwerpunkte: Zum einen die Baudokumentation und Bauforschung im Rahmen der laufenden Ausgrabungen als Kooperationspartner des Akademieprojektes „Kulte im Kult“, angesiedelt am Seminar für Klassische Archäologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, und zum anderen die Konzeption und Durchführung des Site Managements für die gesamte Ausgrabungsstätte Didyma im Auftrag des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Istanbul.

Auf dem Monte Turcisi in Sizilien werden in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut die baulichen Überreste einer Befestigungsanlage aus der Zeit der griechischen Kolonisation im 5./4. Jh. v. Chr. untersucht. Im Rahmen einer internationalen Summer School, die im Herbst 2016 gemeinsam mit der Universität Catania veranstaltet wurde, konnten Studierende der Architektur und der Archäologie an diesem Objekt die Methoden der archäologischen Bauforschung erlernen.

Besonders erwähnenswert ist die langjährige Forschungstätigkeit von Dorothee Sack und ihren Mitarbeitern, Studierenden und Doktoraden im Orient, u.a. in Syrien und im nördlichen Irak.

In diesem Zusammenhang steht auch die Mitarbeit im „Archaeological Heritage Network“ des Auswärtigen Amtes, konkret im Projekt „Stunde Null – eine Zukunft für die Zeit nach der Krise“ in Syrien, das am 27. April 2016 in Anwesenheit von Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin gestartet wurde. Im Rahmen dieses Projektes wurde im Oktober 2016 gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Christian Raabe von der RWTH Aachen an der German Jordanian University in Amman der Masterstudiengang Conservation Studies eingeführt. Ziel ist es, die Studierenden für verantwortliche Positionen im Bereich der Bauforschung, der Konservierung, Restaurierung, eventuell auch der Umnutzung und des Wiederaufbau auszubilden.