Das spätantike und frühislamische Hira

Das spätantike und frühislamische Hira – Urbanistische Transformationsprozesse einer transregionalen Kontaktzone

Hira im Zentralirak war im 5. und 6. Jh. die überregional bedeutende Residenz der Laḫmiden, Kreuzungspunkt von Fernhandelsstraßen und ein Zentrum der Ostkirche. Nach der islamischen Eroberung florierte der Ort zunächst mit der benachbarten Neugründung Kufa, verlor dann an Bedeutung und wurde ab dem 10. Jh. aufgegeben. Heute ist das historische Siedlungsgebiet durch Bau- und Infrastrukturmaßnahmen gefährdet.

Ziel der aktuellen Untersuchungen ist die archäologisch und historisch basierte Rekonstruktion der Siedlungsstruktur und materiellen Kultur von Hira sowie ihrer Transformationsprozesse.

Dies beinhaltet Fragen von Urbanismus, Architektur, Bautechnik, Nutzung und Erschließung sowie die Erstellung einer stratigrafisch verankerten Keramiksequenz.

Das multidisziplinäre Forschungsprojekt umfasst Magnetometer- und Oberflächen-Prospektionen, archäologische Sondagen und Bauforschung, den Abgleich mit historischen Textquellen sowie eine deep learning/KI -basierte Auswertung der Prospektions- und Fernerkundungsdaten. (M.Gussone – M. Müller-Wiener)

siehe auch den Eintrag zum früheren Survey-Projekt: https://bauforschung-denkmalpflege.de/al-hira-survey-project/

 

Kooperationspartner*innen: Museum für Islamische Kunst. Staatliche Museen Berlin; Deutsches Archäologisches Institut/Orient Abteilung; Technische Universität, Berlin/Fachgebiet Historische Bauforschung; Iraqi State Board of Antiquities and Heritage, Eastern Atlas Berlin; Prof. Dr. Karsten Lambers/Digital Archaeology, Universiteit Leiden

Projektleitung: Dr. habil Martina Müller-Wiener (ISL), Dr.-Ing. Martin Gussone (TU), Dr. Dr. h.c. Margarete van Ess (DAI)
Projektmitarbeiter: Dr.-Ing. habil. Catharine Hof, Dr. Natascha Mathyschok; Dr.-Ing. des Ibrahim Salman, Agnes Schneider M.Sc.
Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
Laufzeit: 3 Jahre, 2021-2023