Ephesos, Obere Agora

 

Planungs- und Wandlungsprozesse von urbanem Raum zwischen Hellenismus und römischer Kaiserzeit

 

Projekt: Die Obere Agora von Ephesos
Projektleitung: Prof. Dr. Thekla Schulz-Brize
Wissenschaftliche Bearbeitung: Dipl.-Ing. (FH) Daniel Musall M.A.Prof. Dr. Thekla Schulz-Brize
Kooperationspartner: Universität Regensburg, Österreichisches Archäologisches Institut (ÖAI)
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

 

Die durch die DFG finanzierte Untersuchung der oberen Agora in Ephesos begann im Jahr 2014 und ist auf insgesamt drei Jahre ausgelegt. Die Arbeit der Archäologie und Bauforschung ist eine Kooperation zwischen der TU Berlin, der Universität Regensburg und dem Österreichischen Archäologischen Institut. Die Ergebnisse der Bauuntersuchung an der westlichen Terrassenmauer werden im Rahmen
einer Dissertation publiziert.

Der Westabschluss gliedert sich von Nord nach Süd in das Westchalchidicum, einen Zwischenbau, den Pollio-Bau, den Domitiansbrunnen, vier teilweise noch überwölbte Kammern und einen Sockelbau.
Im Norden wird der Staatsmarkt durch die Clivus Sacer begrenzt, während der westliche Abschluss durch den Domitiansplatz und die Domitiansgasse gebildet wird. Die verschiedenen Bauphasen des untersuchten Bereichs reichen vom Hellenismus bis zur Spätantike, daneben gibt es auch Einbauten aus der 2. Hälfte des 20 Jahrhunderts.

In den vergangenen beiden Kampagnen konnten bisher ca. 125 einzelne Bauteile katalogisiert und beschrieben werden. Die Ansichten, Grundrisse und Schnitte wurden, unterstützt durch einen Laserscan, händisch aufgenommen und im Maßstab 1:50 gezeichnet. Details und Bauteile werden hierbei im Maßstab 1:10 bzw. 1:20 aufgenommen. Das Areal wird mittels Rekonstruktionszeichnungen städtebaulich untersucht und die einzelnen Gebäude in ihren jeweiligen Bauphasen dargestellt.

Bei den Arbeiten an den aufgehenden Bauteilen im zu untersuchenden Bereich wurden im Jahr 2015 einige, teilweise schwere Bauschäden festgestellt, bei denen dringender Handlungsbedarf bestand bzw. noch immer besteht. Noch während der laufenden Forschungsarbeiten wurden die Schäden kategorisiert und in entsprechende Planunterlagen eingearbeitet. Im Zusammenhang mit einer umfangreichen Fotodokumentation konnte so das tatsächliche Ausmaß des Schadensbildes festgestellt werden. In Zusammenarbeit mit der Grabungsleitung und dem Museum von Selçuk wurden die Möglichkeiten von Bausicherungsmaßnahmen erörtert. Für das Westchalkidikum wurde ein Versatzsystem erstellt und die Arbeiten anschließend von zwei Arbeitern des Museums ausgeführt. Die Arbeiten mussten während der Öffnungszeiten durchgeführt werden, deshalb galt es besondere Vorsicht im Umgang mit den tonnenschweren Bauteilen walten zu lassen, um das Sicherheitsrisiko trotz Absperrungen zu minimieren. Durch den Bauteilversatz konnte festgestellt werden, dass deutlich mehr Bauteile betroffen waren, als ursprünglich angenommen.

Die abgelegten Bauteile wurden abschließend nummeriert und in die Bauaufnahmen übertragen. Zusätzlich wurde von den neuen Lagerorten eine weitere Fotodokumentation erstellt, um sie nach einer Überarbeitung durch Steinrestauratoren wieder an ihre alten Positionen zurücksetzen zu können. In welchem Umfang die Rückführung der Bauteile erfolgen soll, kann erst nach der Untersuchung durch die vom ÖAI angestellten Steinrestauratoren geklärt werden.